Novitäten

Alter Mann, was tun?

Tagebuch schreiben in Zeiten der Pandemie …

Cover »Alter Mann, was tun?«

Wer ein AltenGejammer vermutet, ist auf dem Holzweg.

Lesber ist neun­und­siebzig. Er muss ent­scheiden, ob er den Be­schwer­lich­keiten des Alterns und den Pan­demi­schen Ge­spenstern mit Angst, Vor­sicht, ge­spielter Locker­ness oder Realitäts­sinn be­gegnet. Lesber lebt 14 Monate lang ein eher un­wirk­liches Leben, das nicht nur die eigene Be­find­lich­keit spiegelt, sondern auch das Gegen­ein­ander von Jung und Alt sowie den gesamt­gesell­schaft­lichen Um­bruch.

Aus dem Vorwort:

Er ist empört über das Ver­halten vieler Leute und lässt doch spüren, dass das Gegen­stück – der veri­table Gut­mensch – eben auch nur Illusion ist.
Alter Mann, was tun? ist Re­flexion, Selbst­reflexion und ein Stück Weg­weisung. Hier gibt es Wider­stand, wo Menschen selek­tieren und Viren unser Leben strapa­zieren wollen. Hier soll Be­stand haben, was gut ist und sich gut an­fühlt – auch das Humor­volle.
Gönnen Sie sich diese Sicht­weise! Folgen Sie den täglichen Un­pässlich­keiten, trotzen Sie dem Schlag­abtausch zwischen Jung und Alt und suchen Sie die un­ver­meid­liche Be­gegnung – mit denen, die gegen die Pandemie auf­begehren, vor ihr flüchten oder sich vor der Nadel bäumen …

Ulrich Scharfenorth, im Februar 2021

Ulrich Scharfenorth

Alter Mann, was tun?

19 Versuche zu überwintern

Reihe querbeet 8

Softcover, 106 Seiten
Jackentaschenformat 13 × 18 cm
ISBN 978-3-932005-94-7
LP 9,50 € (D); 9,80 € (A); 14,80 CHF

querbeet – die Reihe für die Jackentasche

Autoreninfo

Ulrich Scharfenorth

Ulrich Scharfenorth

  • 1941 geboren in Lehnitz/Land Branden­burg
  • 1964–1990 als Technologe, Forscher und Gutachter in der DDR-Stahl­industrie tätig
  • 1970 Promotion zum Dr.-Ing.
  • 1997–2004 Chefredakteur einer Fach­zeitschrift
  • Danach freier Journalist und Autor
  • Lebt in Ratingen

Nach Corona ist vor Corona

… und Wege gehen

Cover »Nach Corona ist vor Corona«

Joachim Rönneper

Nach Corona
ist vor Corona

Aufzeichnungen

Broschur, 180 Seiten
ISBN 978-3-932005-87-9
LP 12,80 €

»Nach Corona ist vor Corona« – so hat im Mai 2020 Joachim Rönneper seine Auf­zeich­nungen genannt, die auch im Jahr 2021 ihre be­drückende Aktua­lität be­halten haben: Persön­liches und Poetisches, Be­unruhi­gendes und Be­rührendes.

Zum Eintrag vom 15. April 2020 gibt es jetzt ein Ton­dokument, das Sie hier an­hören können:

Albertus Magnus, Bronzestatue von Gerhard Marcks vor der Universität Köln (Foto: Joachim Rönneper)

Albertus Magnus, Bronzestatue von
Gerhard Marcks vor der Universität Köln
(Foto: Joachim Rönneper)

Anthologien-Reihe Weltwärts

Eine neue Anthologie in der Reihe Weltwärts wird in Kürze erscheinen. Im lusophonen Afrika gibt es immer noch wahre Schätze zu entdecken, die dem deutsch­sprachigen Publikum neue Lese-Erfahrungen mit der modernen afrika­nischen Literatur bieten.

Häuser auf Kap Verde

Nôs terra, poema tropical –
Unser Land, ein tropisches Gedicht

Die Rede ist hier von den Kap Verden und einer Gesell­schaft, von der es heißt, sie war eine Nation, bevor sie ein Staat wurde. Diese kreo­lisch geprägten Inseln sind das »Mutterland« einer welt­weiten community.

Die beschwer­lichen Existenz­bedingungen auf der kargen, oft unter Dürre leidenden Insel­gruppe zwangen Kap­ver­dianer immer wieder zur Emi­gration, sie konnten aber ihre Iden­tität be­wahren, die sie ihrer Sprache, ihrer Lite­ratur und ihrer Musik ver­danken.

Über­raschend ist die Viel­seitig­keit und Qualität der Prosa, Gedichte und Lieder, von denen eine Aus­wahl, von Barbara Mesquita über­setzt, als Antho­logie »Von den Inseln in der Mitte der Welt« er­scheinen wird.

Vorab ein Interview, das am 17. April 2021 Simon Wilke für den WeserKurier mit der Übersetzerin führte.

»Das macht man nur aus Liebe zur Sache«

Frau Mesquita, bitte ver­voll­ständigen Sie: Literatur zu übersetzen ist …

Hart aber schön.

Hart? Warum das?

Es ist zeitintensiv und dabei schlecht bezahlt.

Wie viele Seiten über­setzen Sie denn pro Tag?

Im Schnitt vielleicht fünf. Aber es ist ja nicht nur das. Das Manuskript geht zum Verlag, wird lektoriert, dann muss man die Korrek­turen besprechen und einbinden, und zuletzt muss man die Endfassung auch noch einmal lesen. So sitzt man an einer Seite zusammen­genommen etwa drei Stunden und bekommt dafür im besten Fall 23 Euro, den Stundensatz kann man sich aus­rechnen. Das macht man nur aus Liebe zur Sache.

Das heißt aber: Wer diese Liebe mitbringt, findet einen Platz in der Welt der Literatur­übersetzungen?

Nein, es ist widersinnig, aber das ist unheim­lich schwierig. Das Gewerbe ist zwar schlecht bezahlt, aber sehr begehrt. Ich bin nur durch Glück hinein­gekommen.

Inwiefern?

Ich hatte mich an eine Agentur gewandt, die Autoren aus der portugiesisch­sprachigen Welt vertritt. Da wurde mir jedoch gesagt, der Markt sei so klein, ich solle lieber etwas anderes ma­chen. Aber dann hatte eine Kollegin die Anfra­ge, ein brasi­liani­sches Buch zu be­gutachten …

Das heißt, sie sollte schauen, ob das Buch inhaltlich und stilistisch zum inter­essierten Verlag passt.

Genau. Sie selbst hatte aber keine Zeit und daher mich empfohlen. Ich habe sie ver­treten, das Buch war toll, der Verlag hat es gekauft.

Aber ein Gut­achten ist ja noch keine Übersetzung.

Nein, aber ich konnte dann eine Probe­übersetzung dazu ein­reichen. Dabei legen ver­schiedene Über­setzer dem Ver­lag jeweils fünf Seiten vor. Sie ent­schieden sich für meine Version und ich durfte weiter­machen. Das war mein Glück, denn dieses Buch (Patrícia Melo, O Matador, Anm. d. Red) hat dann den Deutschen Krimi­preis gewon­nen. Mittler­weile habe ich das neunte Buch der Autorin über­setzt und bin sozu­sagen ihre deutsche Stimme.

Man könnte denken, bei einer Über­setzung kommt es darauf an, möglichst nah am Original zu bleiben. Wie können sich da Probe­über­setzungen überhaupt signifikant unter­scheiden?

Beim Übersetzen sagt immer: so getreu wie möglich und so frei wie nötig. Wie man das Original umsetzt, ist also eine sehr subjektive Entscheidung. Portu­giesisch ist sprachlich bei­spiels­weise sehr weit vom Deutschen ent­fernt. Da muss ich sowohl gram­mati­kalisch als auch vom Vokabular her eher frei sein, denn am Ende soll sich das Buch ja nicht wie eine Über­setzung lesen, sondern wie ein Original. Und natürlich pflegen die Autoren unter­schied­liche Stile, da gilt es, den Ton zu treffen. Zusam­men­genommen gibt das schon ein bisschen Spielraum.

Was macht denn eine gute Über­setzung aus?

Darüber kann man sicher treff­lich streiten. Wenn in einer Literatur­kritik steht, die Über­set­zung sei sehr gelungen, muss ich immer etwas schmunzeln, denn das kann nur jemand beur­teilen, der beide Sprachen fließend beherrscht. Eigent­lich kann man nur be­werten, ob das Werk schlüssig ist oder ob man beim Lesen stolpert. Ich per­sönlich finde wichtig, dass sich meine Über­setzungen von ver­schiedenen Autoren nicht gleich anhören.

Also, dass man nicht Ihren Stil herausliest. Wie gelingt Ihnen das?

Während der Über­setzung hinter­frage ich immer wieder, was eigentlich gemeint ist, was für Bilder der Autor nutzt. Ich bin da un­heim­lich miss­trauisch mir selbst gegenüber. Gerade in guten Texten gibt es wieder­kehrende Motive und stilis­tische Elemente, bei denen man genau aufpassen muss, dass man sie im Blick behält. Das geht natür­lich am besten, wenn ich persön­lichen einen Zugang zu dem Buch finde.

Es gibt mittler­weile Handy-Apps, die Buch­texte simultan übersetzen, sobald die Kamera über die Seite fährt. Ist das schon eine Alter­native zu Ihrem Gewerbe?

Es wird sicher­lich nie so sein, dass Literatur durch Maschinen über­setzt werden kann, aber so schnell, wie diese Pro­gramme lernen, ist kaum abzu­sehen, wie es sich in den kommen­den Jahr­zehnten ent­wickeln wird. Wir befinden uns da sicherlich in einer Zeit des Umbruchs.

Autoren-Info

Barbara Mesquita

Barbara Mesquita M.A.

(geboren 1959 in Bremen) hat nach dem Abitur zwei Jahre in Portugal gelebt und anschließend an der Universität Hamburg Romanische Philologie, Germanistik, Politi­kwissenschaft und Journalistik studiert. Sie ist haupt­beruflich freie Literatur­übersetzerin und Autorin, Fach­übersetzerin und Konferenz­dolmetscherin für Portugiesisch und Spanisch. Sie wurde mit dem Förderpreis für literarische Übersetzung der Freien und Hansestadt Hamburg und mit Stipendien des Deutschen Übersetzer­fonds ausgezeichnet.

Barbara Mesquita lebt in Hamburg und Lissabon.

Backlist

Cover »Silvenius«

Arménio Vieira

Silvenius

Portugiesisch–Deutsch
Hrsg. und übersetzt von Barbara Mesquita
Format: 13,5 × 23 cm
Klappenbroschur, 320 Seiten
ISBN 978-3-932005-77-0
LP 18,— € (D) 18,50 € (A) 22,– CHF

Cover »Angola entdecken«

Angola entdecken

Eine Anthologie

Hrsg. und übersetzt von Barbara Mesquita
Format: 13,5 × 23 cm
Klappenbroschur, 170 Seiten
ISBN 978-3-932005-56-5
LP 18,— € (D) 18,50 € (A) 22,– CHF